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Das verborgene Wasser 
 
- einige Überlegungen zum Feng Shui der Stadt Brüssel
 
 
                                                                                                               von Silke Mader 
 
 
Zunächst mag die Frage, ob die Stadt Brüssel über gutes Feng Shui verfüge, befremdlich anmuten. Assoziieren die meisten Europäer mit diesem Städtenamen doch vor allem überhöhte  Beamtenlöhne, Verschuldung sowie neue unbequeme Verordnungen, welche die Geringverdienenden beuteln. Doch sollten wir Europäer nicht ein immenses Interesse daran haben, dass es der Stadt Brüssel gut geht? Denn nur eine europäische Hauptstadt, welche durch wirklich gutes Feng Shui geschützt wird, kann faire und wichtige Anliegen unterstützen sowie harmonisierend auf falsche Interessengemeinschaften Einfluss nehmen. Also reiste ich nach Brüssel - auf Spurensuche nach Gutem und Schlechtem.
 
Die Stadt schien das zunächst nicht zu mögen, denn sie begrüßte mich mit strömendem Regen. Ich meinerseits begann mich schon auf dem Weg vom Flughafen wieder auf meine Abreise zu freuen, allzu triste wirkten die Vororte, an denen ich vorbei fuhr. Als ich dann jedoch auf dem Grand Place (Rathausplatz) im Zentrum der Stadt stand, war ich schnell versöhnt: Eindrucksvoll präsentiert sich der ehemalige Marktplatz mit seinem barocken Dekor, das die früheren Handels- und Zunfthäuser ziert sowie einem prächtigen Rathaus mit mehr als hundert steinernen Skulpturen.

 "Grote Markt"/"Grand Place"

Am folgenden Tag hoben dann zudem die vielen gemütlichen, kleinen Restaurants und Cafés so wie die lustigen und ungewöhnlichen Geschäfte und Galerien der Stadt Brüssel meine Laune erheblich. Vor allem überraschten mich die freundlichen Bewohner mit ihrer kindlichen Vorliebe für Comics, Pralinen und zuckersüße Waffeln! Ob es wohl einen Grund für dieses glückliche Gemüt der Brüsseler gibt? Also: "au travail" (an die Arbeit)! Auch wenn man im Sitzen sicherlich nicht die angefutterten Pralinenkalorien wird abbauen können.....
  

Um das Feng Shui einer Stadt oder eines Landschaftsausschnittes zu analysieren, muss man zunächst prüfen, inwieweit der Symbolik der "vier himmlischen Tiere" angemessen Rechnung getragen wird: Der weiße Tigerhügel im Westen, der höhere Drachenhügel im Osten, der sanft geschwungene Schildkrötenhügel im Norden sowie der kleine Phönixhügel im Süden. Die bloße Vorhandenheit dieser landschaftlichen Bedingungen gewährleistet den Anwohnern des betrachteten Raumes aus der Perspektive des Feng Shui bereits größtmögliche Sicherheit und Erfolg. Traditionell weist das Landschaftsfengshui dem östlichen Bereich einer Stadt hierbei die vielleicht wichtigste Bedeutung zu. Denn im Osten ruht der schützende Drache, dessen Hügel stets höher sein sollte als der gegenüberliegende Tigerhügel im Westen. In Brüssel findet sich in östlicher Richtung ursprünglich der Königspalast, doch wirkliche Gewichtung erfuhr der östliche Bereich der Stadt vor allem, als man weiter östlich vom Königspalast das Europaparlament errichtete. Aufgrund seiner Höhe und wuchtigen, massigen Struktur entspricht dieses Gebäude durchaus einem schützenden "Berg" und stellt heute zusammen mit den vielen anderen großen Gebäuden des Areals einen gewinnbringenden, die Stadt schützenden Drachenhügel dar. Denn der Drache wohnt der Legende zufolge in den Bergen und erst die Errichtung des immensen EU-Bezirks ermöglichte der Stadt Brüssel sein schützenden Auftauchen. Sollte irgendwann einmal dieses Areal einfach aufgegeben oder an einen anderen Ort verlagert werden, so wird Brüssel in einen Winterschlaf verfallen, aus dem meines Erachtens keine kreative Idee die Stadt wird befreien können. Es sei denn der "Berg" des immensen Europaparlaments würde einer noch gewichtigeren Aufgabe zuteil werden......

Zu der gelungenen Ost-West Achse der Stadt gehört übrigens auch, dass der Westen aus eingemeindeten Vororten besteht, die sich sanft aus der Stadt ins Land hinein erstecken und derart in keinster Weise die promainente Schutzfunktion von Palast und Europaparlament gefährden. Denn der westliche Tigerhügel darf nie höher sein als der Berg des Drachens.
 
Auch einen südlichen Phönixhügel, welcher der Stadt eine Fülle an guten Gelegenheiten bescheren soll, gibt es in  Brüssel! Doch bereits hier beginnen die Komplikationen: Denn unmittelbar vor dem Südbahnhof ("Zuidstation/Gare du Midi") hat man das höchste Gebäude errichtet: den Tour du Midi. Ein Büroturm, welcher Raum für 2500 Angestellte bietet, und der aufgrund seiner alleinigen Höhe in vieler Hinsicht zwar die Position des kleinen, stolzen Phönixhügels übernimmt – aber der doch viel zu hoch für diese Aufgabe ist! Eine chinesischen Weisheit besagt, dass der Phönixhügel einem Fußschemel gleichen solle, auf dem die Bewohner der Stadt ihre Füße ausruhen können. So entspricht der überambitionierte, viel zu hohe Phönixhügel in der Tat jener Art von "guter Gelegenheit", mit der sich die Stadt Brüssel zur Zeit herumschlagen muss: Denn die meisten Beitrittsländer erweisen sich allesamt als extreme finanzielle Aufgaben, die kaum zu schultern sind!

 "Tour de Midi" - ein viel zu hoher Phönixhügel!

 
Was die Politiker wohl sagen würden, wenn man ihnen vorschlüge, das viel zu hohe Gebäude im Süden aufzugeben und zielgesetzt einen Phönixhügel zu errichten, welcher wirklich gute Gelegenheiten mit sich bringen würde? In diesem Kontext müsste man jedoch auch an dem Norden arbeiten - und vor allem dem fehlenden Wasser der Stadt! Denn Brüssel hat jenen kleinen mäandernden Fluss - die Senne –, welcher ursprünglich einmal durch die Stadt führte, kurzerhand unter die Stadt verlegt und somit weitestgehend aus dem Stadtbild verbannt. Dafür mag es damals gute Gründe gegeben haben, doch sicherlich hat man keinen  Feng Shui Meister bei dieser Planung zu Rate gezogen. Denn Wasser ist im klassischen Feng Shui stets auch ein Pendant für Wohlstand! Eine Stadt, die das Wasser in den Untergrund drängt, erlaubt – bildlich gesprochen – Wohlstand nur noch auf dunklen, korrupten Gleisen. Dem entspricht, dass Brüssel als die Stadt der überbezahlten Lobbyisten und Logen gilt - kein Reiseführer, der nicht darauf hinweist. So findet man sogar im Zentrum der Stadt das Paradox, dass noble Restaurants und teure Cafés sich neben leerstehenden, äußerst heruntergekommenen Gebäuden befinden, in denen dennoch Menschen hausen. Der Wohlstand Brüssels reichte augenscheinlich nicht, um den Kern der Stadt einheitlich zu sanieren - zu viel Geld fließt im dunklen Untergrund davon ....
 
Der Senne wieder mehr Würde innerhalb der Stadtmauern einzuräumen und gestaltete Areale mit Wasser zu errichten, würde allen Bewohnern der Stadt (und wenn nicht gar Europas!) einen immensen finanziellen Aufwind garantieren! Denn dieses offene Wasser wäre ein Synonym dafür, dass alle Bewohner der EU die Möglichkeit haben sollen, von dem europäischen Reichtum zu profitieren – und nicht nur eine überschaubare, milliardenschweren Elite, die sich im Verborgenen aufhält und sich ungern zeigt.

 

 ...so floss sie Senne einst auch durch Brüssel!

 
Abschließend müsste man im Norden noch einen künstlichen Schutzwall errichten - am Besten in Form eines hohen gewölbten Hügels. Denn der Stadt fehlt ein schützender Schildkröten-hügel  im Rücken, der in vielen erfolgreichen Städten oftmals ein Gebirge darstellt (man vergleiche z.B. die Analyse von Los Angeles auf dieser Homepage).  In Brüssel jedoch mündet der Norden sogar ins flandrische Tiefland, auch wenn in dem schönen botanischen Garten einige hohe Gebäude errichtet worden sind. Diese taugen  leider nicht für eine solide Stärkung des “Rückens” der Stadt.
 
 
 
Ein offener Norden gefährdet das politische Anliegen bzw. Sicherheit und Erfolg von Brüssel und somit auch die europäischen Ziele. In der jetzigen Konstitution wird Brüssel sich - von der Stadtstruktur aus gedacht - gegenüber Feinden nicht stark genug durchsetzen können, denn der Nordbereich ist ungeschützt. 
 
Bleibt die Hoffnung, wenn auch vielleicht nur mit einem Augenzwinkern, dass ebenso wie 1912 in Brüssel die Praline durch Jean Neuhaus in entscheidender Weise "reformiert" worden ist (indem dieser erstmals Schokolade, Sahne und andere Zutaten in kleine Metallförmchen goss), von Brüssel aus vielleicht eine neue reformierte Form der Politik ihren Verlauf nehmen wird! Eine Politik nämlich, welche ihre Umgebung. deren Feng Shui und somit aber auch die Anliegen der Bewohner Europas nicht aus den Augen verliert. Eine Politik also, die zu der Fröhlichkeit dieser Stadt passt, ihrer Liebe für gute Schokolade sowie schöne Spitzen, Blumen und Comics .......
 
 
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