Astrologie Akademie

Der Tierkreis der Aborgines: Sydney oder die Suche nach der verborgenen Zeit

Traumzeit - wer denkt da nicht an Marcel Proust? Die Traumzeit der Aborigines bezeichnet jedoch jenen Bereich einer unzerstörbaren Zeit, welche auch die eigentliche Zeit der Schöpfung genannt werden könnte. Es ist eine Zeit, die auf anderen Räumen basiert, als wir sie uns innerhalb der linearen Vorstellungswelt des Verstandes vorstellen. Eine Zeit, in welcher Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufgehoben sind und die in der Poesie wahrscheinlich „nunc stans“ („Jetztzeit“) genannt werden würde. Gemeint ist damit jener außergewöhnliche Moment der menschlichen Wahrnehmung, in dem lineare Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenfließen.

©  Rosemary Rubuntja   

Eine Wahrnehmung, deren Mitteilung in der europäischen Kulturgeschichte erst in der Moderne und Postmodern mit Malern wie Paul Klee und Kandinsky oder Dichtern wie René Char zugänglich gemacht werden konnte - also stets gekoppelt an vorsichtig erarbeitete Werkstücke der Künstler. Für die Aborigines hingegen ist der Nunc stans der Wahrnehmung nichts anderes als das Tor zur eigentlichen Welt – einer Welt freilich, von der sie wissen, dass der Mensch sich darin nur vorsichtig auf Spurensuche begeben kann. Denn ihm und seiner Wahrnehmung ist es gerade nicht möglich, das Ganze dieser Schöpfungszeit zu überblicken. Also doch eine Suche nach der verlorenen Zeit?

 

 

Die Aborigines wählten zwar nicht den Duft einer Madeleine, um in die eigentliche Welt der Träume hinabzutauchen. Doch auch ihnen gelingt der Zutritt in die Traumzeit der Schöpfung, indem sie sich körperlich über ihre Wahrnehmung in die verschiedensten Energiefelder begeben, z.B. jene der Verstrorbenen, der Erde selbst, der Pfanzen und Tiere. Wobei die Bedeutung dieser Energiefelder stets neu dechiffriert werden muss - oder in der Sprache der Aborigines "erträumt". Nie haben sie versucht, mit dem begrenzten, kalkulierenden menschlichen Verstand ein geschlossenes, endgültiges Weltbild zu entwerfen. Die eigentliche Genialität dieser Kultur besteht darin, dass sie schon immer ihr Hauptaugenmerkt auf die Offenheit (Flüssigkeit) der Dinge richtete und in fester Materie nur Schein erkennen. Derart waren und sind sie unserer wissenschaftlichen Wahrehit - und sei es jene der Quantenphysik - stets ein Stück voraus. 

Doch was hat dies mit der Astrologie zu tun? 

Eine Menge! Denn zu meiner Freude fand ich im australischen Museum von Sydney, als ich durch die dort gestaltete Traumzeit der Aborigines wandelte, ein Horoskop an der Wand hängen! Einen Zodiak mit exakt unserer Häuseraufteilung (äquale Manier). Ich hatte zwar gewusst, dass die uralte Kultur der Aborigines auch die Astrologie vorweggenommen hat. Doch das Horoskop im Museum von Sydney schien irgendwie zu belegen, wie wichtig die Astrologie für die Aborigines tatsächlich war - trotzdem ihre Kultur sich doch eigentlich jedem fixierenden und katalogisierenden Weltbild widersetzt. Andererseits ist die so geschlossen erscheindende Formatierung des Zodiaks ja auch nichts anderes als ein Tor in die ganz unterschiedlichen Zeiten und Zeitsystem - und letztlich ein kleiner Moment Ewigkeit. 

                                                               

Kangaroo - Känguruh -  Widder

 

Wombat - Beuteltier (Beutelsäuger) - Stier

 

Koala - Krebs

 

Gecko - Löwe

 

 

 

Echidna - Ameisenigel (Schnabeligel) - Jungfrau

 

 

 

Cockatoo - Waage 

 

 

Red Back Spider - Skorpion 

 

Kookaburra - Schütze

 

Goanna - Warane  - Steinbock

 

 

 

Emu - Laufvogel (flugunfähig)  - Wassermann

 

Platybus - Schnabeltier - Fische

 

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